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Oper Frankfurt: Lady Macbeth von Mzensk

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Lady Macbeth von Mzensk: Anja Kampe (Katerina Ismailowa) © Barbara Aumüller
Lady Macbeth von Mzensk: Anja Kampe (Katerina Ismailowa) © Barbara Aumüller
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Eine Frau, gefangen in einem System allgegenwärtiger Unterdrückung, Überwachung und trostloser Verrohung; als sie sich daraus befreien will, wird sie zur mehrfachen Mörderin.

Nikolai S. Leskow schrieb seine Novelle „Lady Macbeth aus dem Bezirk Mzensk” 1864, drei Jahre nach der Aufhebung der Leibeigenschaft in Russland. Als Dmitri D. Schostakowitsch den Stoff 1934 für seine zweite Oper aufgriff, war der Erfolg durchschlagend. Der Komponist gab vor, das Schicksal der Kaufmannsgattin Katerina Ismailova als Beispiel für den Klassengegensatz zu behandeln. Katerinas Aufbegehren beginnt damit, dass sie ein Verhältnis mit dem Arbeiter Sergei eingeht, während ihr Ehemann auf Reisen ist. Als ihr Schwiegervater Boris den beiden auf die Spur kommt, vergiftet sie ihn. Und als ihr Gatte zurückkehrt und die Liebenden überrascht, wird auch er aus dem Weg geräumt. Doch die Morde fliegen auf: Noch während des Hochzeitsfestes verhaftet die Polizei das Paar. Auf dem Weg ins sibirische Straflager macht Katerina ihrem Leben ein Ende und reißt Sonetka, mit der Sergei angebandelt hat, mit in den Tod.
Als Stalin die Oper zwei Jahre nach der Uraufführung erlebte, ließ er in der Prawda einen Artikel erscheinen, der den Komponisten und sein Werk unter dem bösen Titel »Chaos statt Musik« scharf angriff. Das löste bei Schostakowitsch Todesangst aus; er ging in die innere Emigration. Seine aufregende Lady Macbeth aber, in der die krasse Schilderung von Katerinas unerträglicher Lebenssituation mit Ausbrüchen ekstatischer Sinneslust und lyrischen Momenten, die uns tief in ihr Herz blicken lassen, abwechselt, hat sich seit Jahrzehnten einen festen Platz im Repertoire zurückerobert.
Die musikalische Leitung liegt bei GMD Sebastian Weigle, der damit seine erste Neuproduktion der Saison 2019/20 an seinem Stammhaus vorlegt. Der Frankfurter Schauspielintendant Anselm Weber führt Regie im benachbarten Opernhaus, wo der Theater- und Opernregisseur zuletzt 2015 Weinbergs „Die Passagierin” inszenierte. Mitwirkende: Anja Kampe, Dmitry Golovnin, Grigori Otrepiev, Dmitry Belosselskiy, AJ Glueckert und Ensemblemitglieder und Chorsolisten der Oper Frankfurt.

8. und 12. Dezember 2019

https://oper-frankfurt.de

Bildtext: Lady Macbeth von Mzensk: Anja Kampe (Katerina Ismailowa) © Barbara Aumüller

Episode 5