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LWL Museum für Kunst und Kultur in Münster

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August Macke, Kunstreiterin mit Clowns, 1911, © LWL -Museum für Kunst und Kultur, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Foto: LWL/Neander
August Macke, Kunstreiterin mit Clowns, 1911, © LWL -Museum für Kunst und Kultur, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, Foto: LWL/Neander
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Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster gehört zu den größten kunst- und kulturgeschichtlichen Museen Nordrhein-Westfalens. 1000 Jahre abendländischer Kunst- und Kulturgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Insgesamt beherbergt das LWL Museum für Kunst und Kultur über 350.000 Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Möbel, Münzen, Kunsthandwerk, Plakate und Landkarten. Der Bestand des Museums umfasst Werke von der mittelalterlichen Sakralkunst Westfalens über Kunstwerke der Renaissance, des Barocks und des 19. Jahrhunderts bis zu Werken der internationalen Moderne sowie der zeitgenössischen Kunst. Die Sammlungen werden in 51 neu konzipierten und gestalteten Räumen präsentiert. Zusätzlich stehen sechs großzügige Räume für Sonderausstellungen zur Verfügung.

August Macke und das Zirkuspferd
Die Kunstreiterin mit ihrem eleganten Tutu, die Clowns an ihrer Seite: August Macke liebte den Zirkus und hielt immer wieder Szenen und Stars aus der Manege fest. Die Familienausstellung gibt durch seine Werke einen Einblick in diese faszinierende Welt.
Interaktive Elemente laden Menschen ab drei Jahren ein, kreativ zu werden und spielerisch in die Kunst August Mackes einzutauchen. Das Scheinwerferlicht ist zunächst auf das Zirkusbild aus der Museumssammlung gerichtet. Neben dem Original ist das Motiv groß auf die Wand tapeziert. Zahlreiche Skizzen zeigen zudem wie dynamisch Macke Pferde und Menschen mit wenigen Strichen im Zirkusrund eingefangen hat.
Pferdestudien nutzte Macke über das Zirkusthema hinaus. Dafür steht in der Familienausstellung stellvertretend die außergewöhnliche Arbeit von „Ritter Georg und Drache“, die auf Seide gemalt ist. Vielleicht spielte Macke damit auf die Künstlergruppe des „Blauen Reiters“ an, der er nahestand. Die Ausstellung nimmt deren Einfluss auf August Macke indirekt auf.
Gleich zu Beginn wird das Leben des Künstlers mit Illustrationen von Paul Butterer veranschaulicht. Dessen Zeichnungen begleiten an den Wänden auch die Themenräume: dem Körperzirkus folgen Farb- und Formzirkus. Die Kinder können zeichnen, Farben sortieren, und beobachten. Den Farbenzirkus können die jüngsten Besucher:innen durch eigene Experimente mit farbigem Licht atmosphärisch gestalten. Das Kunstwerk „Die farbigen Karos“ inspiriert sie zudem zum Zusammenpuzzeln von Farbflächen an einer Magnetwand, bevor die Selfie-Station neben der Artistengarderobe zum gemeinsamen Abschiedsbild anregt.
Leihgaben des Kinder- und Jugendzirkus Alfredo sowie ein umfangreiches Begleitprogramm runden den Ausstellungsbesuch ab.
bis 9. Januar 2022

Ariel Schlesinger. Gegen das Vergessen
Der israelische Künstler Ariel Schlesinger bezieht sich mit seiner Installation auf das Projekt mit gleichem Titel von Gunter Demnig (*1947). Auch in Münster sind in Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes Gedenksteine in Straßenbeläge eingelassen. Anders als Demnig, verteilt Schlesinger Betonsteine wie geworfene Würfel im Raum. Sie tragen keine Inschriften, ihre glatte Messingoberfläche erinnert an die Auslöschung von Namen und Erinnerungen. Der Aspekt des Verschwindens und Fehlens findet sich auch in Rachel Whiteread’s (*1963) Bibliothek „Untitled (Books)“ wieder. Sie ist in direkter Sichtachse auf dem Balkon des Lichthofs installiert.
ab 7. September 2021


Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken
Wie wollen wir in Zukunft leben? Schaffen wir es, den Klimawandel, Rassismus und Krieg zu beenden? Diesen Fragen geht die zeitgenössische Gruppenausstellung „Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken“ an drei Orten in Münster nach: dem LWL-Museum für Kunst und Kultur, der Kunsthalle Münster und dem Westfälischen Kunstverein.
Das menschliche Handeln beeinflusst die Umwelt maßgeblich. Der Globale Norden mit seiner privilegierten ökonomischen Position folgt der Auffassung, keine andere Option als die des Wachstums zu haben.  Doch man sieht heute mehr denn je: Wachstum ist endlich. Was kann nun an seine Stelle treten – als neuer Handlungsgrundsatz und als individuelles sowie gesellschaftliches Ziel? Die Ausstellung „Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken“ tritt in die Postwachstumsdebatte ein. Ausgangspunkt ist der aktuelle Moment der Krise, dem einander bedingende Ereignisse wie soziale Ungleichheit, Klima, Krankheit, Kriege, Flucht und Fremdenhass zu Grunde liegen. Dazu ist es notwendig, ausgetretene Denkpfade zu verlassen und neue zu betreten. Die präsentierten Arbeiten zeitgenössischer Künstler:innen schlagen neue Denkweisen vor, nehmen Handlungsoptionen in den Blick und imaginieren Modelle für ein Leben nach einem totalen Kollaps.
Beteiligte Künstlerinnen sind unter anderem Marwa Arsanios, Andrea Bowers, Nina Fischer & Maroan el Sani, Johan Grimonprez, Christine & Irene Hohenbüchler, Elke Marhöfer und Eva Koťátková.
26. November 2021 bis 27. Februar 2022
www.lwl-museum-kunst-kultur.de

Episode 86