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Kunsthalle Basel: Treffpunkt für zeitgenössische Kunst

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Matthew Angelo Harrison, Studioansicht, 2019. Foto: Claire Gatto. Courtesy der Künstler und Jessica Silverman Gallery, San Francisco.
Matthew Angelo Harrison, Studioansicht, 2019. Foto: Claire Gatto. Courtesy der Künstler und Jessica Silverman Gallery, San Francisco.
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Die Kunsthalle Basel ist ein Ort an dem zeitgenössische Kunst ausgestellt, diskutiert und reflektiert wird und dies schon seit ihrer Gründung 1872. Als eine der ersten und aktivsten Institutionen in der Region, die internationale und Schweizer Kunst der Gegenwart zeigt, ist die Kunsthalle Basel insbesondere für ihr tiefgreifendes Engagement für aufstrebende Künstlerinnen und Künstler bekannt. Dies mit der Absicht, anregende künstlerische Praktiken und mutige Ausstellungen einer interessierten Öffentlichkeit jeden Alters zu präsentieren. Mit bis zu zehn Ausstellungen pro Jahr, oft mit neuen Produktionen und begleitet von Künstlergesprächen, Performances und Filmvorführungen, ist die Kunsthalle Basel der Treffpunkt für die Betrachtung von, und Debatten über zeitgenössische Kunst.

Lydia Ourahmane: Barzakh
Lösegeld, illegaler Grenzübertritt, Austausch von Staatsangehörigkeiten: Transaktionen unterschiedlicher Art sind häufig der konzeptuelle Ausgangspunkt für Lydia Ourahmanes (* 1992) Kunst. Die Ergebnisse sind Video- und Tonarbeiten, Performances, Skulpturen und Installationen, die untersuchen, auf welche Art und Weise sich Geschichten der Vertreibung und kolonialer Unterdrückung in Körper einschreiben. Für ihre erste Ausstellung in der Schweiz präsentiert die in Algerien geborene Künstlerin eine neu in Auftrag gegebene Arbeit.
bis 16. Mai 2021

Joachim Bandau: Die Nichtschönen. Werke 1967–1974
Zugleich technoid und körperlich, minimalistisch und monströs, häufig versehen mit Schläuchen und Anschlüssen, die seltsam organischen Öffnungen und Tentakeln ähneln, sind die frühen skulpturalen Arbeiten von Joachim Bandau (* 1936) bis heute so merkwürdig und einzigartig wie damals, als er sie schuf. Gezeigt wird eine Auswahl dieser immer noch relativ unbekannten Skulpturen des Künstlers und Zeichnungen aus der Zeit von 1967 – 1974.
bis 6. Juni 2021

Judith Kakon: Rückwand-Projekt ¤
Judith Kakon (* 1988, Basel) verwendet das Symbol ¤ als Titel für ihr Kunstwerk an der Rückwand der Kunsthalle Basel. Es ist ein Zeichen, das auf eine nicht spezifizierte Währung verweist und 1972 zum ersten Mal für Computer codiert wurde. Die Künstlerin platzierte es zusammen mit verschiedenen, englischen Begriffen in Schmiedeeisen aus dem globalen Immobilienhandel wie PRIME, TRUST, ESTATE (dt. erstklassig, Treuhand, Grundbesitz) auf der Wand, die in einem Grau, typisch für Computeranwendungen, gestrichen ist. Wöchentlich werden Sträusse welker Blumen an die Arbeit gesteckt, wie zur Erinnerung an einen Verlust oder an Verstorbene. Diese performative Geste, welche die institutionelle Aussenwand zur Gedenkstätte und in ein Vanitas-Motiv verwandelt, stellt eine leicht bissige Reflexion über den Kreislauf von Geld, Markt, Zeit und Wert dar.
bis 15. August 2021

Matthew Angelo Harrison
Für seine erste Einzelausstellung in einer europäischen Institution schafft der in Detroit geborene Bildhauer Matthew Angelo Harrison (* 1989) eine monumentale Installation aus 3D-Maschinentechnologie, afrikanischen Artefakten und Materialien von Arbeitergewerkschaften, in der sich die grausame Geschichte des Kolonialismus mit dem formalistischen Erbe des Minimalismus verbindet.
4. Juni 2021 bis 26. September 2021

INFORMATION (Today)
Verschlüsselte Netzwerke, digitale Währungen, künstliche Intelligenz, das Sammeln persönlicher Daten, diskriminierende Algorithmen und „empfindsame Maschinen“: Sie alle sind Auswirkungen des datenbasierten Kapitalismus des 21. Jahrhunderts. Der rasante Anstieg von Informationen und die undurchsichtigen Formen des Zirkulierens und Verarbeitens von Daten prägen den heutigen Alltag von Grund auf. INFORMATION (Today) ist eine Gruppenausstellung mit Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die diesem Phänomen auf die Spur kommen wollen. Sie ist eine lose Reaktion nicht nur auf die legendäre Ausstellung INFORMATION, die 1970 im Museum of Modern Art in New York stattfand, sondern auch auf zwei weitere, weniger bekannte, aber wegweisende Ausstellungen in der Kunsthalle Basel, Information und Das offene Museum – die Stadt aus den Jahren 1969 bzw. 1970. Sie alle gingen aus den dramatischen Fortschritten der Kommunikationstechnologien zu Beginn der 1970er Jahre hervor – einer Ära, die bereits damals als Informationszeitalter bezeichnet wurde. Für Künstlerinnen und Künstler, wie für alle anderen auch, erlangte der Zugang zu Informationen besondere Dringlichkeit. Heute, 50 Jahre später, täuschen unser vermeintlich vollständiger Zugang und unsere vermeintlich vollständige Konnektivität über eine böse Kehrseite hinweg, was etwa immer stärker in die Privatsphäre eingreifende und technologisch anspruchsvollere Formen der Überwachung sowie die Erhebung und den Verkauf unserer personenbezogenen Daten angeht. Und erneut reagieren die Künstlerinnen und Künstler. INFORMATION (Today) stellt über ein Dutzend Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt vor, die seit der gewaltigen Informationsflut geboren wurden, welche der Auslöser für die Ausstellungen der Jahre 1969–1970 war. Sie arbeiten in verschiedenen Medien und vertreten eine Vielzahl von künstlerischen Positionen, stellen jedoch alle die Verarbeitung und Formalisierung von Daten in den Vordergrund und behandeln diese fast wie ein eigenständiges Medium. Jüngere Werke und neue Auftragsarbeiten werden sich über die fünf Ausstellungsräume im Erdgeschoss der Kunsthalle Basel verteilen.
25. Juni bis 10. Oktober 2021

Michaela Eichwald
In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in der Schweiz präsentiert die deutsche Künstlerin Michaela Eichwald (* 1967) neue Gemälde, auf deren üppig beschichteten Oberflächen aus unkonventionellem Trägermaterial wie Lederimitaten oder Autositzbezügen sich eine künstlerische Praxis zwischen Abstraktion und Figuration, Sprache und Gestik ausbreitet – im Versuch, die klassischste Gattung der Kunstgeschichte, die Malerei, neu zu denken.
8. Oktober 2021 bis 9. Januar 2022

www.kunsthallebasel.ch

Episode 20