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Die Tiroler Festspiele Erl: Reiche Klangfarben

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Festspielhaus Erl © Cornelia Hoschek
Festspielhaus Erl © Cornelia Hoschek
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Im malerischen Erl, umgeben von der überwältigenden Pracht des Kaisergebirges, offerieren die Tiroler Festspiele Erl in der Wintersaison 2020/21 ein Füllhorn mit hochkarätigen Produktionen. Intendant Bernd Loebe und seinem Team ist es gelungen, einen aufregenden, zeitgemäßen, anspruchsvollen und zugleich sehr sinnlichen Spielplan zu konzipieren, der schon im Vorfeld zu großer Freude Anlass gibt.

Mit großer Spannung wird die Erler Neuinszenierung von Pietro Mascagnis »L’amico Fritz« erwartet. »Das Spannende an diesem scheinbar einfachen Inhalt sind die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren und deren Verbindungen zueinander«, sagt Ute M. Engelhardt, die für die Inszenierung im Festspielhaus Erl verantwortlich ist. Die nun erfreulicherweise »wiederentdeckte« Oper kreist um den reichen Grundbesitzer und eingefleischten Junggesellen Fritz, um seinen Freund, den Rabbiner David, und natürlich um Suzel, die junge, hübsche Tochter von Fritzens Gutsverwalter. Es geht um eine Wette, um verborgene Liebe, um Gefühle, die man sich nicht eingestehen will. In der Titelpartie ist am Premierenabend der wunderbare englische Bassbariton Simon Bailey zu erleben, in den weiteren Vorstellungen der international gefragte italienische Buffobass Donato di Stefano.
Als zweite Musiktheater-Premiere der Winterfestspiele in Erl steht Gaetano Donizettis Opera buffa »Don Pasquale« am Programm, ein Meisterwerk des Belcanto, dem man sich in Erl bekanntlich – und international viel rezipiert – schon bisher auf höchstem Niveau gewidmet hat.Die turbulente, von Liebeswirren durchzogene Handlung rund um den alternden Don Pasquale wird in Erl von der italienischen Regisseurin Caterina Panti Liberovici in Szene gesetzt.
Es ist eine vielgeliebte Tradition und gleichzeitig eine wunderbare Einstimmung auf das Weihnachtsfest: Wie schon in den vergangenen Jahren präsentieren die winterlichen Tiroler Festspiele Erl im Advent Johann Sebastian Bachs sechsteiliges »Weihnachtsoratorium«. Die musikalische Leitung übernimmt erneut der international renommierte Dirigent Roland Böer.
Mit beschwingten und fein ziselierten Walzerklängen beendet man danach in Erl das Jahr 2020: Am Programm des Silvester-Konzerts stehen Werke von Leo Fall (1873–1925).Im brillant konzipierten Neujahrs-Konzert am nächsten Tag schließlich begegnen wir Francesco Paolo Tosti, einem Zeitgenossen von Giacomo Puccini.
»Mischmasch« klingt schon einmal ganz großartig. Und eine gewisse lautmalerische Komponente ist hier natürlich ebenfalls nicht zu übersehen. An einem Abend, der unter diesem vielsagenden Titel firmiert, öffnet die wunderbare Osttiroler Musicbanda Franui ihr »ganz persönliches Liederbuch aus den Alpen«.
Mit großer Vorfreude blickt man auch der »Winterreise« entgegen, einem Projekt, das der Schwazer Komponist und phänomenale Jazztrompeter Franz Hackl, Gründer und Leiter des angesehenen Outreach-Festivals, im Auftrag der Tiroler Festspiele Erl konzipierte. Der Spannungsbogen des Abends reicht von Tiroler Volksmusik über Mozart, Gounod und Tschaikowski bis zum Jazz und – ein definitiver Höhepunkt des Projekts – zur Uraufführung von »FDMS – fame doesn’t mean significance«.
15. Dezember 2020 bis 6. Januar 2021 

www.tiroler-festspiele.at

Episode 61