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Beethoven Haus Bonn: Beethovens Geburtshaus in neuem Glanz

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Joseph Karl Stieler, Beethoven mit dem Manuskript der Missa solemnis, 1820, Beethoven-Haus Bonn © Beethoven-Haus Bonn
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Zum Auftakt des Beethoven Jubiläumsjahres BTHVN2020 erstrahlt das Bonner Geburtshaus des Komponisten in neuem Glanz.

Das „Neue Beethoven-Haus“ zählt zu den herausragenden Projekten des Jubiläumsjahres.  Die neue Präsentation soll den Besuchern eine zeitgemäße, erlebnisorientierte und emotionale Begegnung mit Beethoven in seinem Geburtshaus ermöglichen. Das Konzept für die neue Dauerausstellung wurde in einem Team um Museumsleiterin Nicole Kämpken entwickelt. Ausgangspunkt waren herausragende Stücke der weltweit bedeutenden Beethoven-Sammlung, darunter originale Instrumente, authentische Porträts, Musikhandschriften, Briefe und Alltagsgegenstände aus Beethovens Besitz.
Die Ausstellungsobjekte wurden zu verschiedenen Themenkreisen – wie etwa Neue Maßstäbe in der Musik, Netzwerke oder Arbeit und Alltägliches – gruppiert. Die Gestaltung wurde durch das Schweizer Büro Holzer Kobler Architekturen in Zusammenarbeit mit 2xGoldstein, Studio TheGreenEyl und Lichtvision Design konzipiert und realisiert. Eine Herausforderung bestand darin, das Geburtshaus als zentrales Exponat in besonderer Weise zur Geltung kommen zu lassen. Angestrebt wurde ein harmonisches Zusammenspiel zwischen der historischen Architektur und einem aktuellen Blick auf Beethoven und seine Zeit.
 Unkonventionell gestaltet sind drei Sonderräume im Hinterhaus: Ein Diorama im Erdgeschoss lässt Beethovens Bonn lebendig werden, im Klangzimmer darüber vermitteln fünf bedeutende Frühwerke die musikalische Einzigartigkeit des Komponisten, und im Dachgeschoss wird das bisher als Geburtszimmer bezeichnete Elternschlafzimmer in besonderer Weise inszeniert. Der Raum kann nun von den Besuchern betreten werden, was bisher nicht möglich war. Durch eine Spiegelfläche mit medialen Einblendungen soll ein traumartiger Zustand, ein Gefühl des Schwebens erzeugt werden und ein poetischer Ort der sinnlichen Annäherung an das Phänomen Beethoven entstehen.
Raumtexte in deutscher und englischer Sprache ermöglichen eine schnelle Einordnung der Ausstellungsstücke. Ein Mediaguide in verschiedenen Sprachen, der im Eintrittspreis inbegriffen ist, liefert ergänzende Texte, Bilder und Musik. Der Mediaguide wurde vom Landschaftsverband Rheinland zusätzlich zu seiner Unterstützung der Museumsneugestaltung gefördert.
Die Dauerausstellung wurde um neue Ausstellungsräume erweitert: Im historischen Kellergewölbe des Nachbarhauses gibt es eine Schatzkammer mit wertvollen Originalmanuskripten Beethovens. Darüber befindet sich ein Musikzimmer für regelmäßige Konzerte auf historischen Tasteninstrumenten. Im neuen Bereich für wechselnde Themenausstellungen wird ab dem 17. Dezember eine Sonderausstellung über das wohl berühmteste Beethoven-Porträt von Joseph Stieler und seine Geschichte gezeigt. Im gegenüberliegenden Gebäude, Bonngasse 21, befindet sich der neue Shop mit Kassenbereich und Café. Für die Vermittlungsangebote des Beethoven-Hauses wurde im Obergeschoss ein Seminarraum eingerichtet. Hier gibt es per Tablets auch Zugang zum Digitalen Archiv des Beethoven-Hauses.

In bester Gesellschaft
Sonderausstellung im Beethoven-Haus thematisiert die Geschichte und Rezeption des berühmten Beethoven-Porträts von Joseph Stieler. Im neuen Bereich für Wechselausstellungen im Museum stellt das Beethoven-Haus zum Jubiläumsjahr das wohl berühmteste Bildnis Beethovens ins Zentrum einer eigenen Präsentation. Das Gemälde, das Anfang 1820 von Joseph Stieler (1781– 1858) geschaffen wurde, ist aktuell in der Ausstellung „Beethoven. Welt.Bürger.Musik” in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland zu sehen. Im Beethoven-Haus wird es durch eine Interpretation des Bildes durch den englischen Künstler Mark Alexander (*1966) ersetzt. Im Mittelpunkt der Sonderausstellung stehen die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Porträts.
Schon während seiner Entstehung war das allgemeine Interesse an Stielers Beethoven-Bild groß, es nahm jedoch im Verlauf der folgenden 150 Jahre so sehr zu, dass das Gemälde geradezu zu einer „Beethoven-Ikone“ wurde. Eine Screen-Präsentation in der Ausstellung zeigt, wie vielfältig und originell die Ansätze sind, die bis in die jüngste Gegenwart hinein von Künstlern und Designern entwickelt wurden.

bis 26. April 2020

www.beethoven.de

Bildtext: Joseph Karl Stieler, Beethoven mit dem Manuskript der Missa solemnis, 1820, Beethoven-Haus Bonn © Beethoven-Haus Bonn

Episode 9